Der Lotus-Effekt: warum Wasser den Schmutz mitnimmt

Glatt ist nicht gleich sauber. Die Lotuspflanze bleibt gerade deshalb rein, weil ihre Blätter rau sind.

Großer Wassertropfen auf einem Lotusblatt
Wassertropfen auf einem Lotusblatt im Sommerpalast, Peking. Foto: Katja Schulz from Washington, D. C., USA, CC BY 2.0 (Nachweis).

Die grundlegende Veröffentlichung erschien 1997: Wilhelm Barthlott und Christoph Neinhuis beschrieben in der Zeitschrift Planta den Zusammenhang zwischen der Mikrostruktur von Pflanzenoberflächen und ihrer Fähigkeit, Verschmutzungen loszuwerden. Beobachtet hatte Barthlott die Selbstreinigung schon in den 1970er Jahren.

So funktioniert es

Die Blattoberfläche trägt winzige Erhebungen, die mit wasserabweisenden Wachsen bedeckt sind. Ein Wassertropfen liegt deshalb nur auf den Spitzen auf und bleibt nahezu kugelförmig. Er rollt bei geringer Neigung ab. Schmutzpartikel haften auf den wenigen Kontaktpunkten schwach und bleiben stattdessen am Tropfen hängen. Es braucht also zwei Dinge zugleich: die Struktur und die wasserabweisende Chemie.

Drei häufige Irrtümer

Vom Blatt zum Produkt

Die Selbstreinigung wurde Mitte der 1990er Jahre patentiert, die Marke Lotus-Effekt gehört der Sto AG, die unter anderem Fassadenfarben herstellt. Daneben gibt es Forschung und Produkte zu Glas und Textilien. Die Grenzen liegen in der Mechanik: Mikrostrukturen lassen sich beschädigen, und ölige Verschmutzungen verhalten sich anders als Wasser mit Staub.

Von der Redaktion

Quellen

  1. Barthlott, Neinhuis (1997): Purity of the sacred lotus, or escape from contamination in biological surfaces. Planta 202, 1 bis 8. doi:10.1007/s004250050096
  2. Überblick zu Anwendungen und Marke: Wikipedia, Lotoseffekt

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